{"id":209,"date":"2022-01-31T21:48:13","date_gmt":"2022-01-31T20:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/sdsubt.noblogs.org\/?page_id=209"},"modified":"2022-09-22T18:16:06","modified_gmt":"2022-09-22T16:16:06","slug":"selbstverstandnis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sdsubt.noblogs.org\/de\/selbstverstandnis\/","title":{"rendered":"Selbstverst\u00e4ndnis"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>Disclaimer<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Das vorliegende Dokument wurde in mehreren Sitzungen von mehreren Genoss*innen bearbeitet, besprochen und abgestimmt. Der SDS Bayreuth gibt sich mit diesem Selbstverst\u00e4ndnis eine gemeinsame Grundlage, auf der wir unsere politische Arbeit aufbauen m\u00f6chten. Dieses Selbstverst\u00e4ndnis hat keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit und wird durch k\u00fcnftige Ver\u00f6ffentlichungen von Positionspapieren, Flyern, Reden, etc. erg\u00e4nzt und \u00fcberarbeitet.<\/p>\n<p>Triggerwarnung: Sozialdemokrat*innen, Kapitalist*innen und B\u00fcrgerliche k\u00f6nnen in ihrem Weltbild ersch\u00fcttert werden.<\/p>\n<p><i>\u201eDas kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.<\/i><\/p>\n<p><i>Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein.\u201c<\/i><\/p>\n<p><i>\u2013 CDU: Ahlener Programm 1947<\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>Abgrenzung und Strategie<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der SDS Bayreuth versteht sich als parteiunabh\u00e4ngige gesamtgesellschaftspolitische Gruppierung linksradikaler Ausrichtung. Wir streben nach einem freiheitlichen Kommunismus. Der Name \u201eSozialistischer Demokratischer Studierendenverband Bayreuth\u201c mag irref\u00fchrend bzw. ausgrenzend klingen, wird aber beibehalten, da die Gr\u00fcnder der Bayreuther Ortsgruppe Studierende waren. Der SDS Bayreuth hat den Anspruch eine autonome Gruppe zu sein, die in ihren Themen und Mitgliedern m\u00f6glichst einen Querschnitt der Gesellschaft abbildet. Wir betrachten den Weg der Teilnahme am parlamentarischen System als Weg in die Sackgasse. Die Geschichte hat gezeigt, dass dieser Weg keine Ver\u00e4nderung herbeif\u00fchren kann. Selbst die Menschen, die mit den besten Absichten diesen Weg gegangen sind, wurden mit ihren guten Vors\u00e4tzen von den M\u00fchlen des Systems zermahlen, bis sie selbst Teil des b\u00fcrokratischen Verwaltungsapparates wurden. Der Weg \u00fcber die Parlamente kann niemals zu einer Ver\u00e4nderung des Systems f\u00fchren. Dies w\u00e4re in etwa so, wie zu versuchen einen Schleifstein mit einem Messer zu sch\u00e4rfen. Stattdessen wollen wir mit Basisgruppenaufbau, gewerkschaftlicher Arbeit, zivilen Ungehorsam und Besetzungen darauf hinarbeiten das derzeit vorherrschende System mit Generalstreik zu st\u00fcrzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ziel des Generalstreiks soll die Enteignung und Vergesellschaftung der Produktionsmittel sein und die Errichtung einer r\u00e4tedemokratisch organisierten Diktatur des Proletariats. Wenn die Kapitalist*innen sich erdreisten sollten, sich dagegen zu wehren, m\u00fcssen sie mit unserem Widerstand rechnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>\u00d6konomie<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Wir lehnen das Recht auf Eigentum an Produktionsmitteln entschieden ab. Eigentum an Produktionsmitteln ist Diebstahl an der Allgemeinheit. Stattdessen streben wir die Vergesellschaftung aller wirtschaftlichen Betriebe und die Demokratisierung der gesamten Produktion an. Oberstes Ziel dabei ist das Verbot von Lohnarbeit, da Arbeitende durch das Einbehalten des erwirtschafteten Mehrwerts, vonseiten der Kapitalist*innen permanent ausgebeutet werden. Durch die Vergesellschaftung der Betriebe wird das Eigentum an Firmenbesitz, welches vorher den Kapitalist*innen geh\u00f6rt hat, den arbeitenden Menschen zugestanden, die tats\u00e4chlich auch die Firma betreiben und die Produkte erschaffen. Durch die demokratische Organisierung dieser vergesellschafteten Produktion wird die Wirtschaft dem Wettbewerbszwang des Marktes entrissen; kapitalistische Ausbeutung, \u00dcber- und umweltsch\u00e4dliche Produktion vermieden. Grundbed\u00fcrfnisse, wie Wasser, Nahrung, Wohnraum, Infrastruktur, Gesundheit, Energie, etc. d\u00fcrfen sich nicht in den H\u00e4nden weniger befinden. Sie m\u00fcssen durch Vergesellschaftung Allgemeing\u00fcter werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>Staat und Faschismus<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Des Weiteren m\u00f6chten wir uns von Anh\u00e4nger*innen nationalstaatlicher Konstrukte abgrenzen. Antideutsche sind keine Linken und Sozialdemokratie ist kein demokratischer Sozialismus. Wir begreifen den Nationalstaat als historisch gewachsenes Verwaltungskonstrukt f\u00fcr die jeweils herrschende Klasse. Der Staat BRD ist ein solches Verwaltungskonstrukt, welches sein ganzes Handeln nach dem und zum Wohlergehen \u201eseiner\u201c Gro\u00dfkonzerne ausrichtet, welche sich wiederum in der Gewalt einiger weniger Kapitalist*innen befinden. Dieser Staat ist nicht unser Staat und seine Gesetze sind nicht unsere Gesetze. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr die Errichtung eines sozialistischen Staates, welcher r\u00e4tedemokratisch organisiert wird und den \u00dcbergang f\u00fcr die Errichtung einer kommunistischen Gesellschaft bildet.<\/p>\n<p>\u201eDie moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Gesch\u00e4fte der ganzen Bourgeoisie-Klasse verwaltet.\u201c \u2013 Karl Marx<\/p>\n<p>Der kapitalistische Staat an sich ist eine Gefahr f\u00fcr seine Bewohner*innen und die anderen V\u00f6lker der Welt, da er in selbstverschuldeten Krisenzeiten von den Kapitalist*innen dazu benutzt wird, autorit\u00e4r die Interessen des Kapitals umzusetzen. Der autorit\u00e4re kapitalistische Staat ist das Kernelement des Faschismus. Er bringt menschenverachtende Elemente wie Rassismus, Anti-Feminismus, Antikommunismus, Krieg usw. selbst hervor und instrumentalisiert diese machtverst\u00e4rkend. Wir gehen entschieden und grunds\u00e4tzlich gegen faschistische Barbarei vor! Allzu oft kann beobachtet werden, dass Neoliberale, wie beispielsweise die Gr\u00fcne Partei, sich die antifaschistische Sache auf die Fahne schreiben, gleichzeitig aber das kapitalistische System beibehalten wollen. Dies ist eine Idiotie, die es zu entlarven gilt, denn \u201eHinter dem Faschismus steht das Kapital\u201c ist keine leere Phrase, sondern eine historisch und \u00f6konomisch bestens belegte Tatsache.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>Feminismus<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Neben Enteignung der kapitalistischen Klasse und der \u00f6konomischen Emanzipation der ausgebeuteten Klassen, bewegt uns ein viel \u00e4lterer Kampf als der Kampf gegen das kapitalistische System. Die Rede ist vom Kampf gegen das Patriachat und dessen strukturelle Ausbeutung unterdr\u00fcckter Geschlechter. In den Parlamenten und Parteien der BRD fehlt revolution\u00e4re feministische Theorie und Praxis, die auf einem Verst\u00e4ndnis von Klassenkampf beruht. Politik und weite Teile der Gesellschaft begn\u00fcgen sich mit einem b\u00fcrgerlichem Verst\u00e4ndnis von Feminismus, welcher lediglich darauf abzielt, privilegierte Frauen im kapitalistischen Arbeitsmarkt zu quotieren. Dieser b\u00fcrgerliche Feminismus dient nur der Aufrechterhaltung der Klassengesellschaft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Heutzutage ist es die Aufgabe und die Pflicht von Revolution\u00e4r*innen, die die neue Gesellschaft und den neuen Menschen konstruieren wollen, auch den neuen Mann zu konstruieren. Ziel ist die Befreiung aller unterdr\u00fcckten Geschlechter. Nur durch diese gesellschaftliche Befreiung aller Geschlechter kann auch der Mann neu geformt werden. Dem Patriachat m\u00fcssen die Werkzeuge der Unterdr\u00fcckung entrissen werden, damit es keine Ausbeutung der unterdr\u00fcckten Geschlechter mehr gibt.<\/p>\n<p>Die Umstrukturierung der Gesellschaft bis hin zur totalen Gleichberechtigung aller Menschen und das Recht auf freiheitliche Auslebung ihrer Selbst in allen Formen ohne festgeschriebene Geschlechterrollen ist der Hauptgrundsatz unserer Theorie. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung und Verfestigung der gesamtgesellschaftlichen Rechte der Frau und aller nicht-m\u00e4nnlichen Geschlechter. Um das zu erreichen, braucht es beispielsweise eine Absicherung und Anerkennung der Haus- und Care-Arbeit sowie die reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung, um institutionelle Diskriminierungen abzuschaffen. So f\u00f6rdern wir eine revolution\u00e4re und schaffende Gesellschaft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch das Patriachat ist l\u00e4ngst von b\u00fcrgerlichen und neoliberalen Kr\u00e4ften als gesellschaftliches Thema aufgegriffen worden. Doch w\u00e4hrend diese das Problem aus eigenn\u00fctzigem Profitinteresse mit Quoten und Regenbogenfahnen f\u00fcr sich instrumentalisieren, packen wir das Problem an der Wurzel an und begegnen dem Patriachat mit Klassenkampf, Selbstreflexion, sowie tagt\u00e4glicher Arbeit an uns selbst.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr uns steht fest: \u201eOhne Sozialismus keine Befreiung der Frau und ohne Befreiung der Frau kein Sozialismus.\u201c &#8211; Alexandra Kollontai<\/p>\n<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>\u00d6kologie<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen unserer Zeit ist das Aufhalten des Klimawandels. Verursacher des Klimawandels ist die kapitalistische Produktionsweise. Die Menschen, die global am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind, haben am wenigsten zu dieser beigetragen. Wir lehnen die Vorstellung der Eind\u00e4mmung der Klimakrise durch Anpassung des individuellen Konsumverhaltens ab. Diese Vorstellung ist falsch, reaktion\u00e4r, klassistisch und exklusiv. In der Realit\u00e4t ist es jedoch so, dass die 100 Konzerne f\u00fcr 70 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend gro\u00dfe Teile der Gesellschaft an die Politik appellieren, dass diese mit Reformen der kommenden Klimakatastrophe etwas entgegensetzen sollen, wollen wir mit Enteignung und Vergesellschaftung der Produktionsmittel die gesamte Produktion aus dem kapitalistischen Dogma des st\u00e4ndigen quantitativen Wachstums befreien. Wir wollen eine Produktion, die f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Menschen und nicht f\u00fcr den Profit von Kapitalist*innen produziert.<\/p>\n<p>Eine demokratisierte Produktion w\u00fcrde viel weniger M\u00fcll produzieren und gleichzeitig ein positives (qualitatives) Wachstum erm\u00f6glichen. Wachstum w\u00e4re nicht mehr quantitativer (Folge: \u00dcberproduktion und M\u00fcll) sondern qualitativer Art (Folge: Produktion nach Bed\u00fcrfnissen und h\u00f6here Qualit\u00e4t der Produkte, sowie Technologiewachstum). Im Kapitalismus wird Ausbeutung zur Kapitalakkumulation genutzt. Neben der Arbeitskraft von Menschen z\u00e4hlen zu ausgebeuteten G\u00fctern die Leistungen der \u00d6kosysteme der Erde, die dem Zweck des Profits dienen.<\/p>\n<p>Diese Produktivkr\u00e4fte der \u00d6kosysteme und fossiler Ressourcen werden im Kapitalismus weit \u00fcber Belastungsgrenzen ihrer Regenerationskraft hinaus genutzt (Steffen et al., 2015), sind jedoch die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Konsum \u00fcber ben\u00f6tigte Produkte hinaus f\u00fchrt zu Altlasten in Dimensionen, die nat\u00fcrliche Systeme langfristig nicht aufnehmen k\u00f6nnen, deren Resilienz schw\u00e4chen und \u00d6kodienstleistungen wie sauberes Wasser etc. bedrohen. Die Nutzung verschiedenster Ressourcen ist mit globalen Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen auf sozialer Ebene verbunden, z.B. im Bergbau, Fischfang, der F\u00f6rderung fossiler Energietr\u00e4ger und der Landwirtschaft. Eine nachhaltige Nutzung von nat\u00fcrlichen Ressourcen ist langfristig im Kapitalismus nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es erfordert einen Wandel des Wirtschaftssystems, die Erhaltung der Gesellschaft, die auf die Funktionen der \u00d6kosysteme angewiesen ist, zu sichern. Unabh\u00e4ngig vom herrschenden Wirtschaftssystem m\u00fcssen so bald als m\u00f6glich massive Ma\u00dfnahmen im Naturschutz und der nachhaltigen Landnutzung ergriffen werden. Bodenschutz, Wasserschutz, Biodiversit\u00e4tsschutz und Klimaschutz m\u00fcssen ausgebaut werden und die betroffenen nat\u00fcrlichen Systeme als Allgemeingut betrachtet werden. Wasser-, Energie- und perspektivisch auch Nahrungsmittelversorgung sollen in \u00f6ffentliche oder genossenschaftliche Hand gelegt werden.<\/p>\n<p>Privateigentum von Fl\u00e4chen muss beendet werden, um die industrielle Ausbeutung und \u00dcbernutzung bewirtschafteter Fl\u00e4chen einzud\u00e4mmen. S\u00e4mtliche bestehenden Agrarsubventionen m\u00fcssen umgeschichtet werden, um nachhaltige Landnutzung in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutz zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Lokale Wertsch\u00f6pfungsketten der Lebensmittelerzeugung m\u00fcssen gef\u00f6rdert werden, um Ausbeutung im globalen S\u00fcden zu verringern und Klimaauswirkungen zu minimieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle Ressourcen muss vorzugsweise eine Kreis- oder Kaskadennutzung etabliert werden. Es muss Solidarit\u00e4t mit der arbeitenden Klasse der Landwirt*innen entstehen. Sie k\u00f6nnen kein st\u00e4ndiges Wachstum von Ertr\u00e4gen auf ihren Fl\u00e4chen leisten, ohne unter massivem Einsatz von D\u00fcnge- und Pflanzenschutzmitteln ihre eigene Lebensgrundlage, den Boden, in seiner nat\u00fcrlichen Ertragsf\u00e4higkeit zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>In der antikapitalistischen Betrachtung von \u00d6kologie und Landnutzung muss eine klare Abgrenzung von v\u00f6lkischen, nationalistischen und antisemitischen Inhalten erfolgen.<\/p>\n<p>Der \u201eNaturschutz\u201c, der in Gruppen \u201enaturnaher und -liebender Menschen\u201c praktiziert wird, folgt keinen wissenschaftlichen Prinzipien des Naturschutzes, sondern reproduziert konservative Weltbilder und nutzt die emotionale Gebundenheit von Menschen an Landschaft aus, um eigene Ideologien zu verbreiten. <span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #b02c2c\" data-darkreader-inline-color=\"\"><strong>Globales und Frieden<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">An europ\u00e4ischen wei\u00dfen H\u00e4nden klebt Blut. Das Blut von Millionen von Sklav*innen, das Blut von Millionen von Ausgebeuteten, das Blut von durchgef\u00fchrten V\u00f6lkermorden im Namen der europ\u00e4ischen \u201eZivilisation\u201c auf afrikanischem Boden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Doch Kolonialismus und Imperialismus sind kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte, sondern setzen sich in s\u00e4mtlichen Lebensbereichen fort: Die systemeigene Expansions- und Profitlogik des Kapitalismus f\u00fchrt immer und zwingend zu weiteren Kriegen und t\u00e4glicher Ausbeutung von Milliarden von Menschen auf allen Erdteilen. Das so weitverbreitete liberale-kapitalistische M\u00e4rchen einer freien Welt f\u00fcr jede*n ist nichts als eine L\u00fcge! Keine Industrialisierung ohne transatlantischen Sklavenhandel, kein Smartphone ohne Kobalt aus den Minen des Kongo. Es ist kein Zufall das Gefl\u00fcchtete an den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen sterben m\u00fcssen, sondern die bittere Konsequenz der Fortsetzung einer barbarischen, rassistischen, europ\u00e4ischen Politik. Zu unserer Aufgabe geh\u00f6rt es, jeden Tag gegen dieses barbarische, rassistische System anzuk\u00e4mpfen. Rei\u00dft die Grenzen und Mauern dieser Welt ein! Der Kampf um Befreiung bleibt international! <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wenn wir Eurozentrismus bek\u00e4mpfen wollen, ist es die Aufgabe unsere K\u00f6pfe und Taten zu \u201edekolonialisieren\u201c. Nein, nicht Europa steht im Zentrum dieser Welt! Wir sind eine kleine Provinz unter vielen. Nehmen wir uns die Zapatisten, die Rojavaren, die mutigen Burkinab\u00e9 dieser Welt zum Vorbild. Diese zeigen uns: Weltweite Revolutionen sind keine ferne Utopie, sondern sie sind weltweit jeden Tag gelebte Realit\u00e4t. Das Lokale und Globale schlie\u00dfen sich nicht aus. Im Gegenteil! Globale gemeinsame K\u00e4mpfe k\u00f6nnen nur auf lokaler Ebene gek\u00e4mpft werden. Der Kampf f\u00fcr eine gerechte und friedliche Welt f\u00e4ngt vor der eigenen Haust\u00fcr an! <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eHoch die internationale Solidarit\u00e4t\u201c ist f\u00fcr uns keine leere Phrase, sondern t\u00e4gliche Handlungsleitung und Aufgabe. Der Kapitalismus ist dabei der gr\u00f6\u00dfte Feind f\u00fcr ein solidarisches und friedliches Miteinander auf der Welt. Antikapitalistischer Kampf ist immer global! Rot Front!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Disclaimer Das vorliegende Dokument wurde in mehreren Sitzungen von mehreren Genoss*innen bearbeitet, besprochen und abgestimmt. Der SDS Bayreuth gibt sich mit diesem Selbstverst\u00e4ndnis eine gemeinsame Grundlage, auf der wir unsere politische Arbeit aufbauen m\u00f6chten. 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